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04.09.2015 09:51 Alter: 2 yrs

Gibt es den Fachkräftemangel wirklich?


Der Fachkräftemangel ist eines der am heißesten diskutierten Themen der deutschen Wirtschaft. Während sich die einen um die Zukunftsfähigkeit des Wirtschafts- und Technikstandortes Deutschland sorgen, vertreten andere die Haltung, der angebliche Fachkräftemangel sei ein subjektives Problem einzelner Unternehmen.

 

BRUNI POLKE Zeitarbeit sieht den Fachkräftemangel durchaus auch in den eigenen Reihen der Entleihbetriebe als hausgemacht. Hintergrund sei in erster Linie eine mangelnde Bereitschaft, sich auf Quereinsteiger einzulassen. "Der Mittelstand verschließt oft seine Augen vor guten Mitarbeitern. Ein Grund dafür ist, dass die meisten Unternehmen fälschlicherweise annehmen, dass die erste Priorität in der Personalauswahl auf einer 100-prozentigen Passgenauigkeit liegen muss. Sie fordern Mitarbeiter, die direkt funktionieren und sofort produktiv werden. Quereinsteiger haben da kaum Chancen", so Betriebsleiter Torsten Kirtschig.

Diese Inflexibilität sei der Hauptgrund für den Fachkräftemangel.

"Wir sehen jeden Tag, dass guten Kandidaten der Zugang zu Jobs verwehrt wird, sobald sie nur 90 Prozent der fachlichen Forderungen abdecken. Die wichtigsten Gründe hierfür sind die Angst vor hohen Weiterbildungskosten, sowie fehlende Kapazitäten in der Einarbeitung. Die Folge: Der Mittelstand vergibt sich viele Chancen auf gute, motivierte und vor allem loyale Mitarbeiter", so Kirtschig.

Diktiert von Zahlen statt langfristige Personalentwicklung

BRUNI POLKE Zeitarbeit empfiehlt Personalverantwortlichen daher, das Potenzial von Quereinsteigern zu nutzen. "Unternehmen sollten immer beide Seiten der Medaille sehen: Funktioniert der gewählte, hochspezialisierte Mitarbeiter im sozialen Unternehmensgefüge nämlich nicht, ist er nach seiner Probezeit dennoch vertraglich an das Unternehmen gebunden. Der Quereinsteiger kostet einer Firma dagegen weniger als der spezialisierte 'Superman', ist dafür aber in der Regel sehr loyal.

Unternehmen auf der händeringenden Suche nach Spezialisten

Um den sowohl in sozialen als auch in spezialisierten Fragen passenden Mitarbeiter zu finden, rät Kirtschig, künftig von Anfang an eine breitere Schicht an potenziellen Mitarbeitern ins Auge zu fassen. Der Mittelstand biete hierfür hervorragende Chancen, nicht zuletzt durch seine Möglichkeiten zur Mitarbeiterentwicklung.

Kirtschig: "In der Regel finden unsere Mitarbeiter in mittelständischen Unternehmen hervorragende Weiterentwicklungschancen vor, flache Hierarchien und Know-how in innovativen Fragen." Sein Tipp für Unternehmen:

Quereinsteiger können in kleinen und mittleren Unternehmen ein neues Zuhause finden, in dem sie sich weiterentwickeln können und Wertschätzung erfahren. Sie sind höchst motiviert, möglicherweise fehlendes Know-how schnell aufzuholen. Unternehmen werden schnell wissen: Genau so schlägt man dem Fachkräftemangel ein Schnippchen.

Aus- und Weiterbildung, eine offene Unternehmenskultur und –kommunikation sowie sich und seine Jobs als attraktive Marke zu präsentieren ist in heutigen Zeiten durchaus ein Rezept gegen den Mythos „Fachkräftemangel“. Von einem flächendeckenden Fachkräftemangel kann jedoch keine Rede sein.


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